Kalt gebrühter Tee – Was ist dran

Kalt, erfrischend und sehr lecker! Das ist ein kalt aufgegossener Tee, ein sogenannter ‚Cold Brew Tea‘. Gerade im warmen Sommer werden Tees nach dieser Zubereitungsmethode immer häufiger genossen, doch auch im kalten Winter trinken zunehmend mehr Menschen ihren Tee inzwischen ‚cold brewed‘, kalt gebrüht. Wenngleich im Deutschen ‚kalt gezogen‘ oder ‚kalt aufgegossen‘ passender ist.

Warum verbreitet sich diese Art der Teezubereitung immer mehr und was für Unterschiede gibt es zu dem bekannten Eistee?

Unterschied Cold Brew gegenüber Eistee

Für einen Eistee werden Teeblätter mit heißem Wasser aufgebrüht, ziehen gelassen und anschließend im Kühlschrank oder zusätzlich noch mit Eiswürfeln heruntergekühlt. Durch das heiße Brühen kommen die in den Teeblättern enthaltenen Aromastoffe wesentlich schneller und kräftiger heraus. Vor allem die bitter-herb schmeckenden Tannine (Gerbstoffe, die zu den pflanzlichen Sekundärstoffen gehören und vorrangig auf die Verdauung einwirken) kommen so deutlicher zum Tragen. Damit der Tee dennoch ‚lecker‘ bleibt wird z. B. bei vielen industriellen Eistees Zitronensäure, Zucker oder Süßstoffe zugesetzt.

Der Unterschied zum Cold Brew ist, dass hierbei die Teeblätter mit kaltem, möglichst sauerstoffreichem Wasser übergossen werden und anschließend deutlich länger Ziehen. So werden die in den Teeblättern enthaltenen Inhaltsstoffe langsamer und ‚sanfter‘ ans Wasser abgegeben. Durch das kalte Wasser lösen sich wesentlich weniger Bitterstoffe und Koffein, wodurch der Tee wesentlich milder im Geschmack wird. ‚Tricks‘ mit Zucker oder Zitronensäure braucht man somit nicht!
Neben einer deutlichen Aromavielfalt sowie Geschmack, sind beim Kaltziehen auch mehr Polyphenole im Tee. Diese aromatischen Verbindungen, die auch zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen, gelten als sehr gesundheitsfördernd. So wirken manche von ihnen entzündungs- und sogar krebsvorbeugend.

Der für die ‚Cold Brew‘-Anhänger größte Pluspunkt ist somit auch der Geschmack. Meist wird er als sanfter, weicher, samtiger oder vielfältiger gegenüber heiß gebrühtem Tee beschrieben.

7 Tipps für einen kalt aufgegossenen Tee

  1. Grundsätzlich kann jede Teesorte auch kalt aufgegossen werden. Manche schmecken besser, andere weniger. Hier sollte man einfach verschiedene Sorten testen.
  2. es sollte unbedingt auf Bio-Tee geachtet werden. Durch die lange Ziehzeit werden sonst bei vielen konventionellen Teesorten auch die verwendeten Pestizide, Herbizide, Insektizide und chemischen Dünger mit im Teewasser landen.
  3. wenn man einen Tee im Beutel nimmt, so empfiehlt es sich auf einen Schwimmbeutel aus kompostierbarem Bio-Zellstoff zu achten, so wie zum Beispiel unsere zwei Kräutertees, der M. Reich BasenTee intensiv und der M. Reich BasenTee mild
  4. es sollte ein möglichst weiches, sauerstoffreiches Wasser genommen werden. Wenn das nicht verfügbar ist gehen auch ein stilles Mineralwasser oder gefiltertes Leitungswasser.
  5. es gilt: Je kälter das Wasser, desto länger muss der Tee ziehen.
  6. die Ziehzeit kann, abhängig von der verwendeten Teesorte, gern 8 oder 12 Stunden betragen. Einfach abends eine Kanne aufsetzen, über Nacht ziehen lassen und am nächsten Tag genießen. Ggf einfach in den Kühlschrank stellen.
  7. je grober die Beschaffenheit des Tees ist, desto mehr Zeit braucht’s für die Inhaltsstoffe. Aus losen ganzen Teeblättern lösen sich die Aromen und Wirkstoffe nun mal langsamer als aus einem geschnittenen Tee. Doch Achtung: bei einem extremen Feinschnitt sind im Vorfeld schon oftmals die ätherischen Öle verflogen. Den besten Kompromiss bietet da ein Grobschnitt an.

Fazit

Auch wenn wir bei Tee erstmal Bilder wie ‚grauer Herbst, trübes Regenwetter, schönes Buch und ein bequemes Sofa‘ im Kopf haben mögen, so funktioniert Tee ganz wunderbar auch als kühle Erfrischung – und das im Sommer ebenso wie im Winter. Die neuen Geschmacksmomente, die sich durch die alternative Zubereitung ergeben, werden auch bei bereits bekannten Teesorten für neue Aha-Effekte sorgen.
Außerdem ist die Zubereitung mit kaltem Wasser auch für Faule sowie Reisende leicht umzusetzen, braucht es doch keinen Teekocher, Strom etc. Einfach Teekräuter, Wasser und Zeit – fertig!

Also: Wer seinen Tee noch nie ‚kalt gebrüht‘ genossen hat, weiß nicht, was einem da entgeht!

Mehr über Tee?

Marcus Reich – Die Wirkung von Teekräutern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.