Basische Ernährung im April
Die basische Ernährung im April setzt ein erstes Highlight für alle Fans von frischem Gemüse und dem ersten Obst. Denn allmählich werden die Tage länger und die Sonne hat in unseren Breitengraden zunehmend mehr Kraft. Die Triebe der Bäume sprießen, die ersten Blumen zeigen sich und erfreuen unsere Augen. Doch neben unseren Augen freut sich auch unser Säure-Basen-Haushalt über den Frühling. Denn die basische Ernährung im April zeigt sich vor allem daran, dass mit Spinat, Radieschen und dem Feldsalat drei sehr gute Lieferanten von Basen nun frisch und regional verfügbar sind.

Basische Ernährung allgemein

Die basische Ernährung im April folgt den allgemeinen Empfehlungen für eine basenüberschüssige Ernährung. Bei der basenüberschüssigen Ernährung, welche oft auch als ‘basische Ernährung’ bezeichnet wird, handelt es sich um eine Ernährungsform, bei der der Fokus auf dem Säure-Basen-Haushalt des Organismus liegt.

Mehr über den Unterschied von basischer und basenüberschüssiger Ernährung erfährst du HIER!

Dieser Fokus sorgt dafür, dass bei der basischen Ernährung mehr basen- als säurebildende Nahrungsmittel verzehrt werden. Der Unterschied von basen- und säurebildenden Lebensmitteln ist, wie die Lebensmittel im Körper verstoffwechselt werden. Je mehr Mineralien in den Lebensmitteln enthalten sind, desto besser für unseren Organismus. Vor allem Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium und Zink kommt dabei eine erhöhte Beachtung zu, wirken sie positiv für unseren Säure-Basen-Haushalt.
Früher betrachtete zur Einteilung, ob ein Lebensmittel basisch oder sauer ist, einzig den pH-Wert. Dies wurde vom schwedischen Biochemiker Ragnar Berg (1873-1956) erforscht. Er wird auch als einer der Urväter der Säureforschung bezeichnet. Berg hat seinerzeit die Asche von Lebensmitteln untersucht und festgestellt, dass sich die Mineralstoffzusammensetzung der Asche unterschied. Doch ist dieser Ansatz überholt.
Im Unterschied zu Berg haben die beiden Professoren Friedrich Manz und Thomas Remer 1995 einen anderen Ansatz gewählt. Die beiden erstellten ihre Tabelle anhand der “möglichen Nierenbelastung von Lebensmitteln”. Denn jedes Lebensmittel welches wir zu uns nehmen, hat eine unterschiedliche Säureausschüttung und somit auch eine unterschiedlich hohe Nierenbelastung. Statt dem pH-Wert betrachtet man heutzutage also mehr den PRAL-Wert eines Lebensmittels.
PRAL ist die Kurzform von ‚Potential Renal Acid Load‘, übersetzt also ‘potentielle Nieren-Säure-Last’. Also der Last, wie stark ein Lebensmittel die Niere belastet. Dabei gilt, dass je höher der PRAL-Wert ist, desto höher ist auch die Belastung der Nieren. Umgekehrt bedeutet es, dass je niedriger der PRAL-Wert ist, desto weniger werden die Nieren belastet. So sind zum Beispiel zwei Lebensmittel, die basenbildend verstoffwechselt werden, der Apfel mit einem PRAL-Wert von -2 und Datteln mit einem PRAL-Wert von sogar -13!
Wichtig dabei zu wissen ist, dass sauer nichts mit dem Geschmack des Lebensmittels zu tun hat! Das beste Beispiel hierfür ist die Zitrone. Sie schmeckt sauer, ihr pH-Wert 2.4 ist sauer, doch ist ihr PRAL-Wert -2.6, da die Zitrone aufgrund ihrer enthaltenen Mineralien basisch verstoffwechselt wird!
PRAL, als das neuere Messverfahren berücksichtigt also die mitunter hochkomplexen Stoffwechselprozesse im Körper und nicht allein den Mineralstoffgehalt in einem Lebensmittel oder der daraus resultierenden Asche.

Mehr über den Unterschied von pH-Wert und PRAL-Wert erfährst du HIER!

Neben den Mineralien spielen bei der basischen Ernährung die Vitalstoffe im Allgemeinen eine hohe Rolle.
Als Vitalstoffe fasst man sämtliche Mikronährstoffe ‚mit Wirkmechanismus‘ zusammen. Also all die Mikronährstoffe, die dafür notwendig sind, dass im Zusammenspiel mit den Makronährstoffen unser Stoffwechsel perfekt läuft und darüber hinaus die Fähigkeit behält Krankheiten selbständig zu heilen.
Erstmal benutzt und eingeführt wurde der Begriff der Vitalstoffe bereits 1935 von dem deutschen Chemiker und Ernährungswissenschaftler Hans Schweigart. Er schuf damit einen Begriff, womit er all die Nährstoffe, die für unseren Körper und somit unser Leben unverzichtbar sind, zusammenfasste. Dementsprechend zählt man heute neben den Mineralstoffen auch Vitamine, Spurenelemente, essentielle Fettsäuren, essentielle Aminosäuren und sekundäre Pflanzenstoffe zu den Vitalstoffen zugehörig.

Die basische Ernährung steht somit für den vollwertigen, gesunden, frischen Genuss möglichst unverarbeiteter Nahrungsmittel zu leckeren Speisen mit einem hohen Anteil an basenbildenden Zutaten. Vereinfacht ‘Vitalstoffe und Basen: ja! Säure und Übersäuerung: nein!’

Mehr über Vitalstoffe liest du HIER!

Dabei ist die Säure an sich nicht pauschal als schlecht anzusehen. Im Gegenteil! Manche Säuren sind für uns nicht nur gut, sie sind mitunter sogar lebensnotwendig. So könnten wir beispielsweise ohne die Bausteine von Eiweiß, den Aminosäuren oder auch manchen Fettsäuren überhaupt nicht existieren.
Auch gibt es bei den säurebildenden Lebensmitteln welche die weniger stark säurebildend sind, bzw. die so viele Vitalstoffe enthalten, dass sie im Rahmen einer basenüberschüssigen Ernährung in geringem Maße verzehrt werden können. Naturalien wie zum Beispiel Fleisch und tierische Produkte, Fastfood, Süßigkeiten, Alkohol und Softdrinks hingegen sollten gemieden werden. Sie wirken sich negativ auf den Säure-Basen-Haushalt aus und zählen daher zu den starken Säurebildner. Bestenfalls verzehrt man sie nie oder nur sehr selten.

Mehr über schwache und starke Säuren in Nahrungsmitteln findest du HIER!

Deswegen empfiehlt es sich, sich im Alltag nach der sogenannten 80/20-Formel zu ernähren. Also 80 Prozent basenbildende Speisen und 20% schwach säurebildende.

Mehr über die 80/20-Formel gibt es HIER!

Basische Lebensmittel sind zum Beispiel nahezu alle Sorten von Gemüse und alles reife Obst. Dies in Kombination mit schwach-säurebildenden Lebensmitteln und niemand muss sich wegen einer möglichen Übersäuerung sorgen. Generell: Übersäuerung! Eine medizinische Übersäuerung (Azidose) ist von einem Schnitzel oder einem Weißbier nicht zu bekommen. So schlecht tierische Produkte für den Säure-Basen-Haushalt des Körpers auch sein mögen und so schlecht der Alkohol im Weißbier für die Leber ist, dies führt nicht umgehend zu einer Übersäuerung. Doch wie sagte schon Hippokrates: “Krankheiten befallen uns nicht aus heiterem Himmel, sondern entwickeln sich aus täglichen Sünden wider die Natur.”
Es macht also Sinn, die Grenzen des gesunden Körpers nicht mit einem Zuviel an Säuren auszuloten und ihn lieber gut zu behandeln.

Basische Ernährung im April

Das erste basisch und schwach sauer verstoffwechselte Gemüse, welches jetzt im April in den Handel kommt, sind Feldsalat, Gurken, Kopfsalat, Porree, Radieschen, Rhabarber, Spargel, Spinat und Zwiebeln.
Allein aus den Zutaten lassen sich schon leckere Salate zubereiten. Noch mehr Möglichkeiten ergeben sich, nimmt man den Spargel auch kurzgebraten als Beilage oder den Spinat auch für leckere grüne Smoothies.

Mehr über den Vorteil von grünen Smoothies findest du HIER!

Ein Rezept für einen Salat mit Spinat und Couscous findest du HIER!

Beim basischen Gemüse kann man zusätzlich noch auf Lagerware zurückgreifen. Dazu zählen zum Beispiel Kartoffeln, Möhren, Pastinaken, verschiedene Kohlarten, Sellerie und die Rote Beete.
Beim Obst hingegen muss man derzeit meist noch auf Lagerware wie Äpfel zurückgreifen, will man sich aus regionalen Zutaten ernähren. Hier reichen die Temperaturen noch nicht, Wichtig beim Obst: Obst immer reif verzehren, denn nur reif ist es auch basisch!
Zwar gibt es manchmal auch schon ab Mitte / Ende April die ersten regionalen Erdbeeren, doch sind diese dann meist aus dem Gewächshaus und, zumindest subjektiv, nicht so lecker wie Freiland-Erdbeeren. Fans von Erdbeeren und Beeren im Allgemeinen können sich übrigens freuen: Alle Beeren zählen zu den basischen Lebensmitteln! Sie überzeugen meist durch wenig Kalorien, viel Geschmack und wichtigen Mineralien für unseren Säure-Basen-Haushalt!

Für Fans von Spargel und Erdbeeren gibt es HIER ein leckeres, basisches Rezept!

Fazit

Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen im April sorgen automatisch für bessere Laune nach den langen, kalten und dunklen Wintertagen mit Schnee und Eis. Sie bringen auch die ersten frischen, regionalen Gemüsesorten in den Handel zurück. Zusätzlich zur frischen Ware gibt es beim Gemüse noch Lagerware. Beim Obst hingegen ist man derzeit noch fast vollständig auf Lagerware angewiesen. Die Temperaturen sind noch zu gering, um Obst jetzt schon reifen zu lassen. Hier wird man frühestens zu Mitte / Ende April mit dem ersten Obst aus dem Gewächshaus rechnen können. Dennoch: Die basische Ernährung im April macht mit den ersten regionalen Gemüsesorten schon Lust auf mehr!
Vor allem Liebhaber von Salaten können sich jetzt schon freuen. So lassen sich aus April-Gemüse wie Feldsalat, Gurken, Radieschen und Spargel tolle Salate zubereiten. Wobei sich der grüne Spargel auch sehr gut als warme Hauptspeise oder Beilage eignet, lässt er sich doch problemlos in der Pfanne zubereiten.

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