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Schattenseiten, Abgründe und andere Lebenszeichen.
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Portrait des Kunstmalers Marcel Reich
von Christian Schirmer
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 Ein eindrückliches Kaleidoskop menschlicher Gefühlswelten präsentiert sich in den Bildern des in Zürich lebenden Künstlers Marcel Reich. Im Zentrum seiner Arbeit stehen Gemälde und Zeichnungen von Menschen, die trotz einer brachialen Bildsprache unaufdringliche Geschichten erzählen.
Bei den Bildern von Marcel Reich liegen die Schattenseiten des Seins im Vordergrund. Da werden Zorn, Wut, Bedrohung, Trauer, Gewalt und Resignation in kraftvollen Strichen zu Bildern, da liegt der Gedanke an das Abgründige und Dämonische nicht weit. Scheinbar. Denn während man von Reichs Werk durchaus einen düsteren ersten Eindruck gewinnen kann, scheinen die lebensverneinenden Attribute dieser Annahme nicht Stand zu halten. Der Grund dafür liegt in der Technik und Komposition der Bilder, denen jegliche Aggression abgeht. Hier wird versucht, das gemeinhin Schlechte im besten Sinne zu relativieren und als etwas Annehmbares in die Hände des Betrachters zu legen. Schlecht ist nicht nur schlecht, und das Böse ist nicht nur bedrohlich. Hier wird die Verneinung zur Melancholie und mitunter sogar zur Stille.
Marcel Reich beherrscht sein Handwerk. Ob mit Kreide, Kohle oder Pinsel, der Strich wirkt immer leicht, präzis und oft sogar tänzerisch; jedoch nie zufällig. Gerade in den Bildern, wo sich Reich vom gänzlich Figurativen entfernt, werden seine zeichnerischen Fähigkeiten, seine Virtuosität und Dynamik besonders sichtbar. Hier gewinnt die Reduktion und das Weglassen an Kraft, jede weitere Ausformulierung würde zur Makulatur.
1970 geboren, ist Marcel Reich im bündnerischen Trin aufgewachsen. Nach seiner Grafikerausbildung in Chur und Zürich, hat er während vier Jahren als freischaffender Künstler und Illustrator gearbeitet. Darauf folgte ein kleines Intermezzo als Junior Art Director in einer grossen Zürcher Werbeagentur. Seit nun bald zehn Jahren arbeitet er wieder als freischaffender Künstler in Zürich. 1991 nahm Marcel Reich an der Bündner Comics-Ausstellung im Jungendhaus Chur teil, wo seine Arbeiten neben Werken von H.R. Giger, Gaspare O. Melcher und Andrea Caprez ausgestellt wurden. 1993 fanden in der Galerie Planaterra in Chur zwei Einzelausstellungen mit Werken von Marcel Reich statt und im März 1996 wurden im Eisenwerk Frauenfeld zahlreiche seiner Gemälde und Zeichnungen gezeigt. Im September gleichen Jahres nahm er an der Gruppenausstellung junger Künstler in der Shedhalle der Landis & Gyr in Zug teil. |
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| Copyright
© Marcel Reich |
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